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Der Landkreis weitet das Familien-Spendenprojekt „Fördern und Helfen“ auf bedürftige Senioren aus

15.03.2017 Weil auch im Landkreis Ebersberg die Anzahl der älteren Menschen steigt, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind, will Landrat Robert Niedergesäß (CSU) das Spendenprojekt für Familien „Fördern und helfen“ für Senioren öffnen.

Ebersberg – Weil auch im Landkreis Ebersberg die Anzahl der älteren Menschen steigt, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind, will Landrat Robert Niedergesäß (CSU) das Spendenprojekt für Familien „Fördern und helfen“ für Senioren öffnen. „Wenn Senioren in eine Notlage geraten, weil beispielsweise Extraausgaben notwendig werden – etwa für eine neue Brille, für Zahnersatz oder ein neues Hörgerät, dann muss es eine Möglichkeit geben, sie schnell und unbürokratisch zu unterstützen“, so Niedergesäß.

In den Jahren 2007 bis 2014 ist die Zahl der Menschen, die die sogenannte Grundsicherung im Alter beziehen, kontinuierlich von 253 auf 364 pro Jahr gestiegen. Reicht das Geld nicht aus, weil ungeplante Ausgaben notwendig werden, gibt es derzeit im Landkreis wenig Möglichkeiten, finanzielle Hilfe zu erhalten. Die Erweiterung von „Fördern und helfen“ sei hierzu ein erster Schritt, sagt Niedergesäß.

Besonders häufig erhalten Frauen die Grundsicherung im Alter. Sie haben öfter geringere Rentenansprüche und unterbrochene Erwerbsbiografien. Dem Demografie-Konzept des Landkreises zufolge wird die Zahl der älteren Menschen zunehmen, die auf einen Zuverdienst zu ihrer Rente angewiesen sind. Zudem, so der Landrat, gebe es schon jetzt eine unbekannte Anzahl von Senioren, die sich aus Scham, Unkenntnis, falschem Stolz oder anderen Gründen nicht an staatliche Stellen wandten, obwohl sie eigentlich Hilfe bräuchten. „Vielleicht können wir über das Spendenprojekt solche Menschen in geeignete Hilfesysteme oder Netzwerke eingliedern“, sagt Stefanie Geisler, Leiterin der Abteilung „Soziales, Bildung“ im Landratsamt. Auch soll die Teilnahme bedürftiger Senioren am gesellschaftlichen Leben gefördert werden, beispielsweise mit einem Kurs an der VHS oder einem Theaterbesuch, so Geisler.

Noch in diesem Herbst soll „Fördern und Helfen“, das bislang in erster Linie Familien mit Schulkindern unterstützt hat, auf Senioren ausgeweitet werden. Niedergesäß: „Wir dürfen die Generation, die unser Land in der Nachkriegszeit aufgebaut hat, nicht im Regen stehen lassen.“ Gerade Frauen, die sich um die Familie gekümmert haben und für die die Sozialsysteme noch nicht ausgebaut waren, bräuchten Solidarität. Die „Clarissa und Michael Käfer Stiftung“, die sich auch für ältere Menschen einsetzt, habe bereits eine erste Spende zugesagt. SZ

Im Landkreis Ebersberg steigt die Zahl der Rentner, die auf Grundsicherung im Alter, eine Art Hartz IV für Senioren, angewiesen sind.